Inbegriff des Stilwandels

Made with "Notshelf"
Made with "Paper 53"

In Zukunft könnte hier auch

CNC-Fräse

oder

Laser Cutter

stehen.

Kategorie

wo

Gros, Software auf der Hardware, Funktionshieroglyphen oder neues Ornament, in: form 123/1988


Gros, Icon-language, Englisch/Deutsch, BOD, Norderstedt 2003


Gros, Entwicklung einer Icon-Sprache, in: Piktogramme und Icons, Pflicht oder Kür? Rayan Abdullah und Roger Hübner, Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2005


Gros, Icon-Language, from Vision to Icon-Typing

Proceedings of the OpenOffice Conference, Peking 2008


Gros, Piktoperanto – Pictograms, Icons, Pictorial Fonts, Englisch/Deutsch, BOD, Norderstedt 2011


Gros, Bilderschrift im Anhang des iBooks AppMail Emoticons, Apple 2012

Zum Vergleich: Icon.Sketch

Waisenkind

Icon.Black

Gymnastik

Sprecher                Wort               sprechen              Worte                

Neues Ornament?

ich

allein

herzliche grüße

liebe grüße

hugs-n-kisses

miss

Liebe,r,s

hallo

love

liebe grüße

hugs-n-kisses

miss

Liebe,r,s

hallo

herzliche grüße

Girlfriend

willkommen, einladen

you

you

Eine Auswahl von Emoticons im Stil von Icon.Sketch zum Herunterladen Icon.Sketch-Starter Kit.zip

Eine Auswahl von Emoticons im Stil von Icon.Pix zum Herunterladen

Icon.Pix-Starter Kit.zip

cheers

Arbeit

Party

Differenzierung

Smileymen und -women, können jetzt aber nicht nur Mimik, sondern auch körpersprachliche Bedeutung ausdrücken, bis hin zur Bezeichnung von Sex.


Um solche Illustrationen eigenhändig zu gestalten, sollten sie jedoch – wie Schreibschrift – linear, mit einer durchgängigen Linie zu zeichnen sein.

Mehr dazu findet sich in dem Apple iBook "AppMail Emoticons, Draw-it-yourself Icons in the style of handwriting", 2012.

Eine Vorschau gibt es auf YouTube.


AppMail Apps?


Aber nicht nur Sketchbook- oder Notebook-Apps, die man Tag täglich als Schulheft oder digitales Tagebuch verwendet, ermöglichen es, wie nebenbei, auch handgeschriebene und illustrierte Mails zu exportieren.


Dazu kommen spezielle Apps zum Verfassen von Mail, sozusagen AppMail Apps. Diese Apps sind vor allem dazu gedacht, Emails mit Hunderten von Emoticons via Menü und Untermenü zu illustrieren.


Im allgemeinen bieten diese Apps eine Tastatur und einen Überblick über verschieden Kategorien von Smileys. Klickt man eine Kategorie an, so öffnet sich ein Untermenü mit weiteren Emoticons. (Dieses Untermenü liegt im folgenden Beispiel platzsparend über der Tastatur.) Einzelne Smileys sind mit einem Fingertipp in den Text einzusetzen.

Solche Apps gibt es in vielen Ausführungen, grafisch mehr oder weniger ansprechend, besser oder schlechter zu Handhaben, mit und ohne Animationen. Allen gemeinsam ist jedoch das Problem, dass hier immer mehr Smileys gelistet sind, die sich am Ende nur durch die Farbe der Mütze unterscheiden. Damit aber wird die Hierarchie von Menü und Untermenü bei weitem überdehnt. Insbesondere, wenn schon so viele Emoticons eingestellt werden, wie das gesamte Vokabular einer Alltagssprache.


Hier hilft nur noch ein Paradigmenwechsel. Danach geht es nicht mehr darum, "Emoticons" aus immer mehr Menüs und Untermenüs herauszusuchen, sondern Icons mit der Eingabe synonymer Wörter zu "schreiben", d.h. zum Beispiel, die Buchstabenfolge "Frau" optional mit einem entsprechenden Piktogramm zu illustrieren, oder durch ein entsprechendes Piktogramm zu ersetzen. 


Wie das gehen könnte, zeigt z.B. das Pinyin Eingabeverfahren der chinesischen Schrift. Wenn man hier z.B. wo (ich) tippt, dann öffnet sich ein Popup Fenster mit verschiedenen Zeichen, von denen eins mit der zugehörigen Indexzahl auszuwählen ist.


Analog dazu könnte jetzt aber auch bei uns, nach der Eingabe von ich, z.B. ein männliches und ein weibliches ich zur Auswahl stehen.

Dieser Ansatz basiert nicht mehr auf Emoticon-Alben, sondern auf Icon-Fonts. Das sind Icon-Vokabulare, die wir installieren, wie Arial oder Helvetica und die wir in den Text einsetzen, wie Buchstaben oder wie chinesische Zeichen – per Hand, per Icon-Typing oder per Sprachsteuerung.


Leider sind derartige Eingabeverfahren für uns noch nicht in Sicht. Einen Schritt weiter wären wir aber schon, wenn z.B. das Autokorrektur Feature in den Apple Systemeinstellungen nicht nur Buchstaben sondern – wie Word – auch Grafik erlauben würde.


Aber natürlich sind die hier herunter zu ladenden Emoticons auch z.B. in iPhoto abzulegen und per Drag and Drop in eine iMail einzusetzen.


Als nächstes geplant ist ein App, das die bisherige Menü-Auswahl mit dem Icon-Typing verbindet. Dann aber ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zur gar nicht mehr so neuen Vision einer "neuen Bilderschrift".

Zum Projekt "Bilderschrift"


Otto Neurath hatte zusammen mit Gerd Arntz schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine piktografische "Bilderhilfsschrift" namens ISOTYPE entwickelt und daraufhin eine "Renaissance der Hieroglyphen" angekündigt. Damals jedoch erforderte das Schreiben von ISOTYE, so Neurath, "eine Gruppe erfahrender Leute: Fachleute der Wissenschaft, den Lehrer und Leute mit Kenntnis im Zeichnen, Färben, Drucken, Kleben usw.". Otto Neurath, Gesammelte bildpädagogische Schriften, Band 3, Wien 1991, S. 423


Nach dem Aufkommen der digitalen Technologie fragte Vilém Flusser bereits 1987: Hat Schreiben Zukunft? Und was er schon damals heraufziehen sah, war ein "neues Universum der technischen Bilder": Fotografien, Videos, Diagramme, Verkehrszeichen, Skizzen. Tatsächlich aber sind es vor allem Piktogramme und Icons.


Und darauf gründet sich nun auch mein Projekt einer digitalen Bilderschrift, in der aktuellen Fassung: "Pictoperanto – Pictograms, Icons, Pictorial Fonts".

Wie schon Otto Neurath, geht auch dieses Projekt davon aus, dass eine regelrechte Bilderschrift "Gegenstücke zu diesen drei Elementen" braucht "Wörterbuch, Grammatik und Stil".


Entscheidend für den Schritt über unsere bisherigen Piktogramm-Systeme und Icon-Alben hinaus ist die Grammatik. Und die sollte  am besten wie selbstverständlich wirken. Möglich erscheint das, wenn wir heute nicht nur die elementaren Grundmuster der Ägyptischen und Chinesischen Schrift aufnehmen, sondern mit Computergrafik auch eine weniger abstrakte und damit weitaus anschaulichere Bilderschrift formulieren.


Stilprägend wirkt sich hier u.a. aus, dass die Piktogramme zusammen mit Buchstaben in einer Zeile stehen, und daher in der Höhe gestaucht werden.


Zudem gilt es, Piktogramm- bzw. Icon-Fonts für verschiedene Anwendungen grafisch zu variieren, wie z.B. in der Typografie von Icon.Sketch mit durchgängiger Linie, in Vektorgrafik als Icon.Black oder mit so wenig Pixeln, wie nur möglich, wie in Icon.Pix.


Icon.Black


Diese Typografie basiert auf der gleichen Technik, wie sie derzeit auch für Buchstaben und chinesische Zeichen verwendet wird. Eine Figur besteht dabei aus Umriss und Füllung.

Icon.Pix


In diesem Stil wird versucht, gerade-noch-realistische Figuren mit Hand und Fuß, mit Haaren und Kleidung, mit Mimik und Fingerzeigen, in einer minimalen Anzahl von Pixeln darzustellen. Das sind genau 24 Pixeln in der Höhe. Die Breite spielt in einer Textzeile keine Rolle.

Derart minimalistischen Figuren sind leicht zu animieren. Und die extrem reduzierte Bezeichnung von Sex und Erotik könnte wohl auch noch an der prüden Zensur von Apple und den sozialen Medien aus den USA vorbei kommen. Schließlich sind Eroticons gerade in persönlichen Emails von besonderem Interesse – sozusagen als Steigerungsform von Emoticons.

Auf dem Weg zur Illustration unseres Denkens und Formulierens gilt es dann aber auch alle möglichen Begriffe zu visualisieren: Revolution, Justiz etc..

Inzwischen umfasst das Vokabular dieses Projekts mehrere Hundert Icons, die als visuelle Begriffe dazu gedacht sind, Wörter zu illustrieren, zu konnotieren und gelegentlich zu ersetzen.


Rückblick und Ausblick


Mit einer Renaissance individuell illustrierter Texte kommen wir erneut auf einen Schreib- und Denkstil zurück, wie er zuletzt in den handgeschriebenen und illustrierten Büchern zum Ausdruck kam.


Darüber hinaus lässt sich heute aber auch alles, was in Wort und Bild z.B. auf einem iPad formuliert wird, mit CNC-Werkzeugen individuell und kostengünstig in Holz gravieren, in Stein fräsen, in Metall lasern oder im 3D Druck verkörpern – sagen wir, als "neues Ornament".


Zu Bedenken ist am Ende aber auch, dass die Verdrängung und wohl auch die Entwicklung einer Ornamentik viel Zeit erfordert. Schließlich hat es vom Verschwinden des Ornaments im Buchdruck bis zu Adolf Loos noch rund 200 Jahre gedauert.


Und trotzdem versuchen wir im Folgenden einfach einmal, uns vorzustellen, wie der Prozess einer Reornamentierung, z.B. über umweltpolitische Metaphern hinaus eventuell verlaufen könnte.



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Die folgenden Websites sind bislang noch als "Work in Progrss" zu betrachten sind.


www.icon-language.com


www.appmail-emoticons.com


www.icon-message.com


www.icon-font.com


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Gros, The Rise of Digital Handwriting and Illustration, Apple iBook 2013


Gros, Die grafische Wende – Zur Handschrift und Illustration, Apple iBook 2013


Gros, AppMail-Emoticons, DIY Smileys in the style of handwriting, Apple iBook 2012, Englisch, mit Kurzfassung der visuellen Grammatik


Gros, The Graphic Turn – Towards handwriting and illustration Apple iBook (demnächst)


Gros, Tod der Handschrift...von wegen!,  fontblog.de 2013


Gros, Piktoperanto – Pictograms, Icons, Pictorial Fonts, Englisch/Deutsch, BOD, Nordersetedt 2011


Gros, Piktoglyphen – Technik und Semantik einer „neuen Bilderschrift“ in: PREPARE FOR PICTOPIA, Pictoplasma Publishing Berlin, 2009


Gros, Icon-Language, from Vision to Icon-Typing

Proceedings of the OpenOffice Conference, Beijing 2008


Mioko Yasui and Jochen Gros: Advantages of icon-fonts in e-learning

for language education/training Proceedings of the Japanese e-Learning Conference, Kyoto 2008


Gros, Icon-Typing, Books on Demand Norderstedt, 2006


Gros, Entwicklung einer Icon-Sprache, in: Piktogramme und Icons, Pflicht oder Kür? Rayan Abdullah und Roger Hübner, Verlag Hermann Schmidt Mainz, 2005


Gros, Icon-Word, in: Welche Sprache spricht Europa?, (Hrsg.) Die Junge Akademie an der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Wissenschaftsverlag Berlin, 2005


Gros, Icon-Chinesisch, Icon-Chinese, Books on Demand, Norderstedt 2004


Gros, MMS Handys – ein neues Kapitel der Bildmitteilung, in: design report 2/2003


Gros, Art Customization, Page 109-120 in: The Customer Centric Enterprise, Advances in Mass Customization and Personalization, Mitchell M. Tseng, Frank T. Piller, Springer Verlag Berlin Heidelberg New York, 2003


Gros, icon-language.com, Piktogramm Pictogram All Yours, Books on Demand, Norderstedt 2003, nicht mehr im Handel


Gros, Reornamentierung, in: hfg-forum 17, Zeitschrift der Hochschule für Gestaltung Offenbach, 8 / 2000


Gros, Neue Bilderschrift, in: Katalog zur Ausstellung Digital-Fiktional, im Frankfurter Karmeliterkloster, Verlag Hermann Schmidt, Mainz, ISBN 3-87439-264-3 Mainz 1993


Gros, Ornamente in neuer Machart, FAZ vom 24.11.1992


Gros, Design in Vorzeichen der Digitale, Hochschule für Gestaltung Offenbach, 1990, ISBN 3-921997-19-4



Ornament ist im wesentlichen Schrift: in Haut geritzt, in Holz geschnitzt, in Metall getrieben, in Stein gemeißelt. So entspricht es der menschlichen Eigenart zu sprechen und Bedeutungen aufzuzeichnen, wo immer das möglich ist und sinnvoll erscheint. Medien wie Papier eignen sich mehr für rationale Angelegenheiten und andere, wie Haut, Stoff oder Wände eher für emotionale, poetische oder religiöse Bezeichnungen – mit fließenden Grenzen zwischen Schrift, Bilderschrift und Kunst.


Nun hatte Adolf Loos natürlich recht: In der Massenproduktion ist das individuelle Ornament nicht mehr zu machen und massenhaft geklont macht es keinen Sinn. Doch das Fließband versprach Fortschritt, Wachstum und Wohlstand – für alle! Was also blieb einem zu Beginn der industriellen Revolution schon anderes übrig, als das Ornament, zusammen mit dem "Arbeitsglück", wie Morris schrieb "an den Wohlstand zu verkaufen"? Und was blieb den Architekten und Gestaltern schon anderes übrig, als die industriell bedingte, und der wissenschaftlichen Abstraktion nachlaufende Ornamentlosigkeit philosophisch aufzuwerten, ideologisch zu rechtfertigen und ästhetisch zu idealisieren?                                Adolf Loos: "der moderne mensch, der sich tätowiert ist ein verbrecher oder ein degenerierter...wenn ein tätowierter in freiheit stirbt, ist er eben einige jahre, bevor er einen mord verübt hat, gestorben". (Ornament und Verbrechen 1908)


Zu Beginn der Moderne wurde sogar schon die rhetorische Metapher, die bildhafte Sprache, als Ornament der Rede diffamiert. Nicht zuletzt von Alexander Gottlieb Baumgarten, dem Begründer der modernen Ästhetik.


Heute dagegen ist nicht nur die Metapher – das Ornament der sprachlichen Formulierung – schon längst wieder gern gesehen, doch wie folgt der allgemeinen Wende zum bildhaften Denken und Formulieren, wie folgt dem "Pictorial Turn" am Ende auch ein neues Ornament?


Die CNC-technischen Bedingungen dafür sind inzwischen gegeben und sie werden sich weiter verbessern. Aber nun sehen wir, dass es ungleich leichter war, das Ornament zu verdrängen, als es erneut zu kultivieren.


Wäre es da nicht denkbar, dass ein "neues Ornament" genau da wieder auftaucht, wo der alte Ornatus zuerst verschwunden ist: in der Schrift?

These


Nachdem das Ornament in Form der Illustrationen zuerst vom Buchdruck, dem Vorläufer der Industrialisierung, aus der Schrift verdrängt wurde, entwickelt sich ein neues Ornament im Zuge der Digitalisierung wiederum zuerst als Illustration in der Schrift – d.h. auch in Emails, Tweets etc..















Die individuelle Illustration unserer Mails und Posts mit eigenen Fotos und Videos ist ja bereits in vollem Gange. Dazu kommt kommt jetzt aber vermutlich auch eine Trendwende beim Gebrauch von Handschrift – d.h. einer Form von DIY-Grafik, die wir alle bereits mehr oder weniger gut erlernt haben. Denn auf dem Touchscreen können wir wieder Freihand schreiben, wie auf Papier, und fast alle Notebook-, oder Sketchbook Apps ermöglichen den Export von Handschrift zumindest als Email. Siehe fontblog.de, "Tod der Handschrift ....von wegen!"


Tatsächlich würde sich die Basis eines erneuten Ornaments nun erheblich verbessern, wenn sich mit dem Touchscreen wieder eine, und sei's nur partielle Kultur der Handschrift und Illustration herausbilden würde. Technische und gestalterische Möglichkeiten dazu beschreibt das folgende iBook.



















Nun können wir mit Handschrift, Typografie und Kalligrafie auch heute schon einem Buchstabenornament recht differenzierte und trotzdem allgemein verständliche Bedeutung einschreiben. Aber wie kommen wir darüber hinaus zu einer neuen Bildersprache der Illustration und insgesamt gesehen, zu einer Grafik im ursprünglichen Sinn als be-/schreibende Kunst (Wickipedia)?

Ihrer ornamentalen Verkörperungen jedenfalls stünde dann mit CNC-Werkzeugen so gut wie nichts mehr im Wege.


AppMail Emoticons


Apps zum eigenhändigen Schreiben ermöglichen in der Regel auch das Malen und Zeichnen. Doch welche Formen könnte die Illustration individueller Texte nun annehmen?


Zunächst einmal erweisen sich Smileys und Emoticons durchaus als Avantgarde der individuell illustrierten Schrift. Jeder kann sie  zusammen mit Buchstaben in eine Zeile "schreiben", auf einem iPad sogar mit der Hand.


Noch allerdings gehen Email Clients – wie, iMail, Gmail oder Thunderbird – nicht auf die technisch längst gegebene Möglichkeit ein, Mails auch mit der Hand zu schreiben und Freihand zu illustrieren.


Macht aber nichts. Wer will, verwendet Apps und exportiert die eigene Handschrift und Illustration als Mail, Tweet, etc..

Dieser Übergang von der Email zur AppMail funktioniert bereits mit simplen Programmen wie Bamboo Paper, oder Upad.

Gros, The Digtal Rise of Handwriting and Illustration, Apple iBook for iPad 2013